Die Schutzbefohlenen - Eine Video-Suite

Kurt-Drees-Straße 4
42283 Wuppertal

Tickets from €15.00

Event organiser: Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH, Kurt-Drees-Straße 4, 42283 Wuppertal, Deutschland

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Was empfinden Menschen auf der Flucht? Welche Hoffnungen, welche Ängste tragen sie in sich? Sich einfühlen zu können in die Situation der anderen, ist der beste Weg zu einem tragfähigen Umgang mit den Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und im Exil leben. Daher verleiht das Video-Oratorium Geflüchteten das Wort: Dichterinnen wie Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko und Nelly Sachs. Und der Philosophin Hannah Arendt, die in ihrem Essay „We Refugees“ die Erfahrung des Fremdseins aus dem eigenen Erleben heraus tiefgründig und existentiell reflektierte: ein vielstimmiger Chor mutiger Frauen, die wegen ihrer jüdischen Abstammung und ihres widerständigen Geistes aus Deutschland fliehen mussten.

Zu Wort kommen aber auch die „neuen“ Flüchtlinge, junge Menschen, die aus Afghanistan und Syrien auf abenteuerliche Weise nach Deutschland gekommen sind. Über ihre Todesangst, Fremdheit und Sehnsüchte haben sie Gedichte im Rahmen des preisgekrönten Berliner Poetry Projects geschrieben und fanden im Versemachen ihre Stimme. Über diese Lyrik schrieb der Literaturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogel: „Was man in diesen Gedichten hören kann, ist Anschauung, Erfahrung und Affekt unmittelbar in Sprachbilder gesetzt. Vielleicht hätte Kafka dazu gesagt: wie eine ‚Axt für das gefrorene Meer in uns‘“. In der Suite fügen sich diese vielfältigen und unterschiedlichen Stimmen zu einem von dem Wuppertaler Autor Heiner Bontrup gestalteten intertextuellen Raum, in dem die Erfahrungen der Vertreibung und des Exils literarisch bewahrt und aufgehoben sind und uns daran erinnern, dass Literatur und Kunst in den dunkelsten Zeiten Mittel seelischen Überlebens sind.
Mathias Haus, einer der renommiertesten Vibraphonisten Deutschlands und Dozent an der Musikhochschule für Musik und Tanz Köln, hat für das Oratorium die Musik komponiert, die die Stimmungen der Texte aufgreift und in einen anderen Erfahrungsraum „übersetzt“. Gespielt wird die Musik von einem zehnköpfigen Ensemble der Musikhochschule Köln, bei dem u.a. das Wuppertaler Kammerorchester unter Leitung von Professor Werner Dickel mitwirkt. Klanglandschaften aus aktuellen und zeitgeschichtlichen Nachrichten zeichnen den beklemmenden Hintergrund der Fluchtgeschichten und den damit verbundenen Schicksalen. Zu diesen Soundscapes tanzt die frühere Pina Bausch-Tänzerin Chrystel Guillebeaud.

Die von dem Wuppertaler Licht- und Medienkünstler Gregor Eisenmann gestalteten Bildwelten schaffen für den Zuschauer einen Assoziationsraum, der Verbindungen zu den Texten herstellt. Die Projektionen erfolgen dreidimensional als eine Rauminstallation in der Wuppertaler Oper.

Idee & Konzeption sowie Texteinrichtung: Heiner Bontrup Komposition & Musikalische Leitung: Mathias Haus Ensemble der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Wuppertal unter Mitwirkung des Kammerorchester Wuppertal (Leitung: Professor Werner Dickel) Licht- und Medienkunst: Gregor Eisenmann Sprecher*innen: Bernd Kuschmann, Julia Wolff, Margaux Kier, Yasser Niksida, Shazamir Hataki Tanz & Violine: Chrystel Guillebeaud

18.30 Uhr_Auftakt: Podiumsdiskussion: „Flucht und Vertreibung: ein Menschheitsthema?“
Diskussionsteilnehmer: Dr. Christoph Humburg (Caritasdirektor), Thomas Braus (Intendant der Wuppertaler Bühnen), Hajo Jahn (Vorsitzender der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft), Helge Lindh (SPD, MdB), Mathias Nocke (Kulturdezernent), Heiner Bontrup (Autor).
Moderation: Birte Fritsch
19.30 Uhr_Die Schutzbefohlenen. Video-Suite.
Ein Kooperationsprojekt im Rahmen der Veranstaltungsreihe Meinwärts – 150 Jahre Else Lasker-Schüler in Wuppertal (els.2019.de)

Partner
Stadt Wuppertal, Kulturbüro
Caritas-Stiftung des Bundes
Poetry Project Berlin
Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, Wuppertal
Hochschule für Musik und Tanz, Köln (Abteilung Wuppertal)
Knipex
Veit Feger

Location

Opernhaus Wuppertal
Kurt-Drees-Straße 4
42283 Wuppertal
Germany
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Das Opernhaus Wuppertal ist die Hauptspielstätte der Wuppertaler Bühnen, dem kommunalen Stadttheaterbetrieb Wuppertals und bietet ein abwechslungsreiches Programm mit den drei Sparten Oper, Schauspiel und Tanz.

Ursprünglich wurde das Gebäude 1905 im Stil des Neubarock und des Jugendstils errichtet. Nach umfassenden Sanierungsarbeiten in den 1950er Jahren, einer Modernisierung und Erweiterung in den 1970er Jahren sowie einer Grundsanierung in den Jahren 2006 bis 2009, wird das Opernhaus heute als Schmuckstück der Stadt sowie als herausragendes Beispiel für die Baukunst der 50er angesehen und steht unter Denkmalschutz. Doch das Haus ist nicht nur architektonisch beeindruckend. Auch das Ensemble bietet Unterhaltung, bestehend aus Oper und Schauspiel, auf höchstem Niveau. Seit 1974 ist es zudem Spielstätte des Tanztheaters von Pina Bausch.

Das Opernhaus ist zweifellos eine bedeutende kulturelle Institution des Bergischen Landes. Zusammen mit den anderen Spielstätten der Wuppertaler Bühnen, trägt es maßgeblich zu dem vielfältigen kulturellen Angebot der Region bei und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.